Es geht um zwei starke Versprechen: Langlebigkeit – und das gute Gefühl, körperlich wie mental leistungsfähig zu bleiben. Genau hier können Superfoods sinnvoll ansetzen. Sie liefern in kompakten Portionen viele schützende Pflanzenstoffe, hochwertige Fette, Ballaststoffe und Mikronährstoffe. Aber: Superfoods sind kein Zauberstab und kein Ersatz für einen insgesamt guten Lebensstil. Sie sind kluge Bausteine – und wenn du sie regelmäßig isst, profitieren Herz, Gehirn, Muskulatur, Darm und Haut.
Weil der Stoffwechsel ab 40 etwas träger wird, nimmt die Muskelmasse ab und Entzündungsprozesse können zunehmen, lohnt sich eine Auswahl von Superfoods, die dich genau dabei unterstützen. In diesem Artikel erfährst du, was Superfoods sinnvoll macht, wie du sie auswählst, welche 12 Kandidaten ich für 40+ besonders empfehle – und du bekommst einen alltagstauglichen Wochenplan dazu. So kannst du Superfoods direkt, lecker und ohne viel Aufwand in dein Leben holen.
Inhaltsübersicht
Was sind Superfoods – und was nicht?
Superfoods sind Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte und einem überdurchschnittlichen Gehalt an schützenden Inhaltsstoffen wie Polyphenolen, Carotinoiden, Omega‑3‑Fettsäuren, Prä- und Probiotika oder bestimmten Aminosäuren.
Der Begriff ist nicht rechtlich geschützt – entscheidend ist also, was in der Praxis an dir wirkt. Statt exotischer Hypes setze ich hier auf wissenschaftlich plausibel begründete, gut verfügbare und alltagstaugliche Superfoods.
Sie sind die Basis, nicht die Ausnahme. Und: Superfoods wirken am besten im Kontext mit ausreichend Schlaf, Training, Stressmanagement und einer insgesamt ausgewogenen Ernährung.
Superfoods und Longevity
Der Begriff „Longevity“ beschreibt weit mehr als nur den Wunsch, alt zu werden – es geht darum, die gesunde Lebensspanne zu maximieren. In diesem Kontext spielen Superfoods eine zentrale Rolle, denn die Wissenschaft bestätigt zunehmend: Was wir essen, entscheidet maßgeblich darüber, wie schnell wir biologisch altern.
Aktuelle Untersuchungen, wie eine Studie aus Norwegen, deuten darauf hin, dass eine optimierte Ernährung die Lebenserwartung signifikant steigern kann – in bestimmten Szenarien sogar um bis zu 13 Jahre.
Auch andere Analysen zeigen, dass Menschen, die gezielt nährstoffreiche Lebensmittel konsumieren, ein verringertes Risiko für altersbedingte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Krebs aufweisen und statistisch gesehen zwei bis drei Jahre länger leben.
Warum wirken Superfoods lebensverlängernd?
Der Schlüssel liegt oft in den sogenannten Phytonährstoffen. Diese bioaktiven Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Beeren, Nüssen oder grünem Blattgemüse hochkonzentriert vorkommen, wirken im Körper als Schutzschild. Zu den wichtigsten Gruppen zählen:
- Flavonoide und Polyphenole: Sie reduzieren oxidativen Stress und schützen die Zellen vor Schäden.
- Carotinoide: Sie unterstützen unter anderem die Augengesundheit und das Immunsystem.
- Phytosterole und Glucosinolate: Diese Stoffe können helfen, Entzündungsprozesse im Körper zu regulieren – ein entscheidender Faktor beim „Inflammaging“ (dem durch chronische Entzündungen beschleunigten Altern).
Superfoods sind also keine Zauberei, sondern liefern dem Körper genau die Werkzeuge (Antioxidantien, gesunde Fette und essentielle Mikronährstoffe), die er benötigt, um Reparaturprozesse auf Zellebene effizient durchzuführen und die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten langfristig zu stärken.
Wie wählst du die besten Superfoods für 40+?
- Entzündungsbremse: Bevorzuge Superfoods mit Polyphenolen, Omega‑3, Schwefelverbindungen oder Curcuminoiden – sie modulieren Entzündungswege.
- Darmfreundlich: Superfoods mit vielen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen nähren dein Mikrobiom und stabilisieren Blutzucker.
- Muskel & Knochen: Achte auf Proteinqualität, Magnesium, Kalium, Vitamin K und Calcium – besonders wichtig ab 40.
- Herz & Gehirn: Die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren DHA/EPA, Nitrate aus Blattgemüse, Anthocyane aus Beeren und Catechine aus Tee sind deine Verbündeten.
- Praktikabilität: Die besten Superfoods sind die, die du wirklich oft isst. Tiefkühl, Konserve ohne Zucker/zu viel Salz, Gewürze und fermentierte Produkte machen es leicht.
Die 12 Kandidaten: Superfoods mit Substanz
Beeren (Blaubeeren, Himbeeren, Johannisbeeren)
Farbintensive Superfoods voller Anthocyane, die oxidativen Stress reduzieren und Gefäße schützen. Studien deuten auf Vorteile bei Gedächtnisleistung und Blutdruck hin. Beeren sind zudem reich an Ballaststoffen und liefern wenig Kalorien – perfekt für ein stabiles Gewicht.
Praxis: Tiefgekühlte Beeren sind ebenso wertvoll. Eine bis zwei Hände voll täglich im Joghurt, Porridge, Shake oder pur. Tipp: Ein Spritzer Zitrone verstärkt den frischen Geschmack. Allergien selten, aber möglich.
Grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Rucola)
Superfoods voller Folat, Vitamin K, Magnesium, Nitrate und sekundärer Pflanzenstoffe. Sie unterstützen Gefäßfunktion, Knochen und Entgiftungsenzyme. Roh im Salat, gedünstet als Beilage oder im Smoothie – eine bis zwei große Hände voll täglich sind ein guter Richtwert. Achtung bei Gerinnungshemmern: Konstante Vitamin‑K‑Zufuhr mit dem Arzt absprechen.
Kreuzblütler (Brokkoli, Rosenkohl, Kohlrabi)
Superfoods mit Sulforaphan‑Potenzial, einem Aktivator zelleigener Schutzsysteme. Hacke oder schneide den Kohl und lass ihn etwas stehen, damit das Enzym Myrosinase Sulforaphan bildet; oder gib etwas Senfpulver oder rohen Rettich nach dem Garen dazu. Vier bis sieben Portionen pro Woche sind realistisch. Hinweis: Bei Schilddrüsenproblemen sprich mit deiner Ärztin über Jodversorgung.
Fettreicher Fisch (Sardinen, Makrelen, Lachs)
Superfoods mit EPA/DHA, Vitamin D, Selen und hochwertigem Protein, gut für Herz, Hirn und Entzündungsmanagement. EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind die hochwirksamen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl.
Während EPA besonders entzündungshemmend wirkt und die Herzgesundheit unterstützt, ist DHA ein fundamentaler Baustein für Gehirn- und Nervenzellen. Bevorzuge kleine, nachhaltige Fische wie Sardinen und Hering, da sie weniger Schadstoffe anreichern. Zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche sind ideal. Alternative für Fischmuffel: Algenölkapseln mit EPA/DHA als Ergänzung, nach ärztlicher Rücksprache.
Nüsse (Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse)
Kompakte Superfoods mit ungesättigten Fettsäuren, Eiweiß, Magnesium, Vitamin E und Polyphenolen. Sie verbessern Blutfette, erhöhen Sättigung und passen in süße wie herzhafte Gerichte. Zwanzig bis dreißig Gramm täglich reichen. Walnüsse sind besonders Omega‑3‑reich durch ALA (Dabei handelt es sich um Alpha-Linolensäure, eine essentielle, pflanzliche Omega-3-Fettsäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann. ALA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.) Vorsicht allerdings bei Allergien und bei Gewichtsmanagement die Kaloriendichte beachten.
Olivenöl extra vergine
Eines der zugänglichsten Superfoods, reich an einfach ungesättigten Fettsäuren, Polyphenolen wie Hydroxytyrosol und aromatischen Bitterstoffen. Das „extra vergine“ ist die Bezeichnung für die höchste Qualitätsstufe, of auch als „nativ extra“ bezeichnet. Das bedeutet: ass das Öl ausschließlich mechanisch (durch Pressen oder Schleudern) und ohne Wärmezufuhr gewonnen wurde. Man nennt dies auch „Kaltpressung“ oder „kaltextrahiert“.
Passt zu Salat, Gemüse, Hülsenfrüchten und auch zum leichten Anbraten. Achte auf frische Ernte, dunkle Flaschen, bitter‑fruchtigen Geschmack. Ein bis drei Esslöffel täglich sind eine gute Zielgröße. Sensorisch bittere Öle haben oft mehr Polyphenole.
Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen)
Ballaststoff– und proteinreiche Superfoods, die den Blutzucker glätten und das Mikrobiom füttern. Sie liefern Eisen, Zink, B‑Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Drei bis fünf Portionen pro Woche sind exzellent. Verträglichkeit: gut wässern oder abspülen, langsam steigern, Kreuzkümmel oder Ingwer zum Kochen verwenden. Konserven gehen, sofern ohne Zuckerzusatz und gründlich abgespült.
Fermentiertes (Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, Kefir)
Pro- und postbiotische Superfoods, die Darmbarriere und Immunsystem unterstützen. Fermente liefern lebende Kulturen sowie organische Säuren, die das Milieu im Darm positiv beeinflussen. Eine kleine Portion täglich ist ein super Start. Achte auf ungeheiztes Sauerkraut aus dem Kühlregal. Bei immunsuppressiver Therapie bitte ärztlich prüfen.
Grüner Tee oder Matcha
Catechinreiche Superfoods mit EGCG, die antioxidativ wirken und Fettstoffwechsel sowie Gefäßgesundheit unterstützen können. Zwei bis drei Tassen täglich sind ein guter Richtwert, Matcha enthält mehr Koffein und passt ideal in den Vormittag. Nicht direkt zu eisenreichen Mahlzeiten trinken, da Polyphenole die Eisenaufnahme hemmen. Bei Koffeinsensitivität langsam herantasten.
Kurkuma plus schwarzer Pfeffer
Das Gewürz unter den Superfoods. Curcuminoide werden mit Pfeffer, also Piperin, und Fett besser aufgenommen. Nutze Kurkuma täglich in Currys, Suppen, goldener Milch oder im Ofengemüse. Ein halber bis ein Teelöffel Pulver pro Tag ist praktikabel. Hinweis: Bei Blutgerinnungsstörungen oder Gallensteinen vor hoher Zufuhr ärztlich beraten lassen.
Knoblauch und Zwiebelgewächse
Aromatische Superfoods mit Schwefelverbindungen wie Allicin, die antimikrobiell und gefäßschützend wirken können. Roh gehackter Knoblauch, kurz stehen gelassen, entwickelt mehr aktive Verbindungen. Täglich kleine Mengen in Dressings, Dips oder Pfannengerichten. Achtung bei Blutverdünnern: individuelle Verträglichkeit beobachten.
Kakao und dunkle Schokolade ab 85 Prozent
Polyphenolhaltige Superfoods mit Flavanolen, die Endothelfunktion und Stimmung positiv beeinflussen können. Wähle Kakao‑Nibs, entöltes Kakaopulver oder Schokolade mit hohem Kakaoanteil, um Zucker niedrig zu halten. Zehn bis zwanzig Gramm dunkle Schokolade als smartes Dessert, gern mit Beeren kombinieren. Nicht abends, wenn du koffeinempfindlich bist.
So integrierst du die 12 Superfoods ohne Stress
- Baue Routinen: Starte den Tag mit Beeren, grünem Tee und Joghurt oder Kefir. So sind die ersten Superfoods schon vor dem Vormittag erledigt.
- Koche doppelt: Linseneintopf, Chili sin Carne oder Kichererbsen‑Curry halten sich mehrere Tage. Dadurch landen Superfoods automatisch öfter auf dem Teller.
- Upgrade statt Umbau: Träufle Olivenöl über Gemüse, streue Nüsse auf Salat, rühre Kurkuma in deine Suppe – kleine Schritte, großer Effekt.
- Tiefkühl und Konserve nutzen: Tiefkühl‑Spinat, Tiefkühl‑Beeren und gute Fischkonserven wie Sardinen oder Makrelen sind günstige, schnelle Superfoods.
Wochenplan: 7 Tage, die dich mit Superfoods versorgen
Dieser Wochenplan ist alltagstauglich, flexibel und familienkompatibel. Du brauchst keine Spezialausrüstung, nur ein paar Grundzutaten. Ziel ist, täglich mehrere Superfoods sinnvoll zu kombinieren.
Montag:
- Frühstück: Griechischer Joghurt mit Beeren, Walnüssen, Zimt; grüner Tee.
- Mittagessen: Linsensalat mit Rucola, Paprika, Olivenöl‑Zitronen‑Dressing.
- Abendessen: Lachs aus dem Ofen mit Brokkoli und Süßkartoffel, Olivenöl extra vergine.
- Snack: Dunkle Schokolade und Himbeeren. Fokus‑Nährstoffe: Protein, Polyphenole, Omega‑3, Ballaststoffe.
Dienstag:
- Frühstück: Porridge mit Tiefkühl‑Blaubeeren, Mandeln, Kurkuma und Pfeffer.
- Mittagessen: Vollkornwrap mit Kichererbsen, Spinat, Joghurt‑Knoblauch‑Sauce.
- Abendessen: Sardinen aus der Dose auf Tomaten‑Gemüsepfanne, Rucola, Olivenöl extra vergine.
- Snack: Kefir oder eine kleine Portion Sauerkraut. Fokus‑Nährstoffe: Polyphenole, Prä- und Probiotika, Omega‑3.
Mittwoch:
- Frühstück: Rührei mit Spinat und Zwiebeln, Vollkornbrot, grüner Tee.
- Mittagessen: Grünkohl‑Quinoa‑Bowl mit Bohnen, Avocado und Olivenöl.
- Abendessen: Hähnchen‑Curry mit Kurkuma, Ingwer und Blumenkohlreis.
- Snack: Eine Hand Walnüsse und Johannisbeeren. Fokus‑Nährstoffe: Ballaststoffe, Curcuminoide, gesunde Fette.
Donnerstag:
- Frühstück: Smoothie aus Beeren, Kefir, Spinat und Leinsamen, dazu Matcha.
- Mittagessen: Chili sin Carne mit Bohnen und Linsen, Brokkoli als Topping.
- Abendessen: Makrelenfilet mit warmem Linsensalat und Zitronen‑Olivenöl.
- Snack: Kakao‑Nibs auf Joghurt. Fokus‑Nährstoffe: Omega‑3, Polyphenole, Mikrobiom‑Power.
Freitag:
- Frühstück: Overnight Oats mit Beeren und Haselnüssen, grüner Tee.
- Mittagessen: Mediterraner Salat mit Kichererbsen, Oliven und Olivenöl.
- Abendessen: Shakshuka mit Blattspinat und Knoblauch.
- Snack: Dunkle Schokolade und Orange. Fokus‑Nährstoffe: Vitamin K, Nitrate, Polyphenole.
Samstag:
- Frühstück: Vollkorn‑Toast mit Avocado, Zitronensaft und Chili, Beeren dazu.
- Mittagessen: Soba‑Nudeln mit Gemüse, Tofu, Sesam in Kurkuma‑Brühe.
- Abendessen: Ofengemüse‑Mix aus Rosenkohl, Karotte und Zwiebel mit Lachs oder Sardinen.
- Snack: Naturjoghurt mit kleiner Portion Sauerkraut. Fokus‑Nährstoffe: Entzündungsbremse, Darmgesundheit.
Sonntag:
- Frühstück: Proteinpfannkuchen mit Beeren und Joghurt, dazu Matcha.
- Mittagessen: Minestrone mit Bohnen, Grünkohl und Olivenöl.
- Abendessen: Ofenhähnchen mit Knoblauch, Zitronen‑Olivenöl und Brokkoli.
- Snack: Eine Hand Mandeln. Fokus‑Nährstoffe: Antioxidantien, gesunde Fette, Protein.
So holst du noch mehr aus den Superfoods heraus
- Timing und Kombinationen: Kurkuma immer mit Fett und Pfeffer nutzen, eisenreiche Mahlzeiten nicht direkt mit starkem Tee kombinieren, Sulforaphan durch Schneiden und kurzes Ruhenlassen pushen.
- Meal‑Prep: Koche am Wochenende Linsen, Bohnen und einen großen Topf Gemüsesuppe vor. Damit landen Superfoods unter der Woche fast automatisch auf deinem Teller.
- Geschmack hochdrehen: Bittere, scharfe und umami‑lastige Aromen wie Rucola, Knoblauch, Tomatenmark und Sojasauce machen Superfoods unwiderstehlich – und du bleibst dran.
Einkaufsliste für eine Woche Superfoods (kompakt)
- Frisch oder Tiefkühl: Beeren, Spinat, Grünkohl, Rucola, Brokkoli, Rosenkohl, Zwiebeln, Knoblauch, Zitronen, Süßkartoffeln, Avocado, Tomaten.
- Eiweiß und Fisch: Lachs, Sardinen oder Makrelen in Konserve, Eier, Naturjoghurt, Kefir, Tofu.
- Trockenwaren: Linsen, Kichererbsen und Bohnen, gern auch als Konserve, Haferflocken, Quinoa, Vollkornbrot oder Wraps.
- Fette und Extras: Olivenöl extra vergine, Nüsse wie Walnüsse und Mandeln, Leinsamen, dunkle Schokolade, Kakaopulver, Kurkuma, schwarzer Pfeffer.
- Getränke: Grüner Tee und Matcha.
- Fermente: Sauerkraut aus dem Kühlregal oder Kimchi.
Portions- und Praxisleitfaden (40+)
- Beeren: täglich eine bis zwei Hände voll.
- Blattgemüse und Kreuzblütler: täglich eine bis zwei Hände voll, plus drei bis fünf Kreuzblütler‑Portionen pro Woche.
- Fisch: zwei bis drei Mal pro Woche, bevorzugt kleine, fettreiche Arten.
- Hülsenfrüchte: drei bis fünf Portionen pro Woche, jeweils etwa ein bis zwei Tassen gekocht.
- Nüsse: täglich zwanzig bis dreißig Gramm.
- Fermente: täglich eine kleine Portion, zum Beispiel zwei bis drei Esslöffel Sauerkraut oder ein Becher Joghurt oder Kefir.
- Kurkuma: ein halber bis ein Teelöffel pro Tag, immer mit Pfeffer und etwas Fett.
- Grüner Tee: zwei bis drei Tassen pro Tag, Matcha eher vormittags.
Sicherheit, Verträglichkeit & Alltag
- Medikamente: Vitamin‑K‑reiche Blattgemüse bei Gerinnungshemmern konstant halten, bei Blutverdünnern Knoblauch und Kurkuma individuell testen und ärztlich begleiten.
- Schilddrüse: Kreuzblütler sind grundsätzlich gesund, bei bestehendem Jodmangel zuerst den Jodstatus klären.
- Histamin und Empfindlichkeiten: Fermente und dunkle Schokolade individuell dosieren.
- Koffein: Grünen Tee und Matcha nicht zu spät trinken, wenn der Schlaf sensibel ist.
- Mikrobiom: Ballaststoffe langsam steigern und gut trinken, damit Superfoods nicht zu Blähungen führen.
Superfoods vs. Supplements – wie passt das zusammen?
Superfoods sind die Grundlage. Sie liefern ein Team aus Wirkstoffen, die sich gegenseitig verstärken. Nahrungsergänzungen wie Omega‑3 aus Algenöl, Vitamin D im Winter oder Proteinpulver können sinnvoll sein, wenn Blutwerte, Lebensstil oder persönliche Ziele es nahelegen.
Auch Verbindungen wie Resveratrol oder Quercetin sind spannend, aber sie ersetzen keine vielfältigen Superfoods auf dem Teller. Der klügste Weg: erst Ernährung optimieren, dann gezielt ergänzen, idealerweise nach ärztlicher Beratung und Laborwerten.
Mini‑Rezeptideen, um Superfoods täglich zu nutzen
- Beeren‑Joghurt‑Bowl: Joghurt mit Beeren, Walnüssen, Kakao‑Nibs und etwas Zimt mischen, fertig in wenigen Minuten.
- Linsen‑Rucola‑Salat: Gekochte Linsen mit Rucola, Tomaten, Zwiebel, Zitronensaft und Olivenöl, dazu Pfeffer und Salz.
- Kurkuma‑Ofengemüse: Rosenkohl, Karotten und Zwiebel mit Olivenöl, Kurkuma, Pfeffer und Salz mischen, dann rösten.
- Sardinen‑Toast: Vollkorntoast mit Avocado bestreichen, Sardinen darauf, Zitronensaft, Pfeffer und frischer Rucola.
- Grüner‑Tee‑Latte: Matcha mit heißem Wasser verquirlen, mit warmer Milch oder Pflanzenmilch aufgießen.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Alles oder nichts: Du brauchst kein perfektes Menü. Wenn du heute drei Superfoods integrierst, hat sich der Tag bereits gelohnt.
- Zu wenig Fett bei fettlöslichen Stoffen: Curcumin, Carotinoide und manche Polyphenole werden mit Fett besser aufgenommen. Olivenöl ist dein Freund.
- Zuckerfallen: Smoothies und Bowls nicht mit Honig oder Sirup überladen, Beeren sind süß genug. Dunkle Schokolade ab hohem Kakaoanteil wählen.
- Monotonie: Wechsle Beerenarten, Gemüsesorten und Nüsse. Vielfalt nährt Vielfalt im Mikrobiom.
Dein 4‑Wochen‑Umsetzungsplan in kurz
- Woche 1: Jeden Tag Beeren mit Joghurt oder Kefir, täglich ein bis zwei Tassen grüner Tee, Olivenöl als Standardfett.
- Woche 2: Drei Hülsenfrucht‑Mahlzeiten einbauen, zwei Mal fetter Fisch, Kurkuma täglich.
- Woche 3: Jeden Tag eine Kreuzblütler‑Portion, Fermentiertes fest integrieren.
- Woche 4: Nüsse zur Routine machen, dunkle Schokolade bewusst als kleines Abend‑Treat, Portionsgrößen feinjustieren.
Fazit: Klein anfangen, konsequent bleiben
Ab 40 lohnt es sich besonders, kluge Ernährungsanker zu setzen. Superfoods sind genau solche Anker: verfügbar, vielseitig und wissenschaftlich plausibel. Wenn du sie regelmäßig einplanst, profitiert dein Herz‑Kreislauf‑System, dein Gehirn, dein Darm – und meistens auch dein Wohlfühlgewicht.
Mit den 12 Kandidaten und dem Wochenplan hast du alles, was du brauchst, um Superfoods ohne Diätstress in deinen Alltag zu bringen. Fang heute an, tracke eine Woche lang, was gut klappt, und schraube dann weiter – Schritt für Schritt in Richtung langer, vitaler Jahre.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn du Medikamente nimmst, eine chronische Erkrankung hast oder unsicher bist, sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du größere Ernährungsänderungen vornimmst oder Ergänzungen nutzt.
Weiterführende Informationen und Studien
- NEJM: Mediterrane Ernährung mit Olivenöl/Nüssen (PREDIMED, reanalysiert 2018) – Große Präventionsstudie zu kardiovaskulären Vorteilen von extra vergine Olivenöl und Nüssen.
- Cochrane Review: Omega-3-Fettsäuren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Systematische Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von EPA/DHA auf kardiovaskuläre Endpunkte.
- NIH ODS: Omega-3-Fettsäuren – Verbraucher-Information – Faktenblatt der US-Gesundheitsbehörde zu Quellen, Bedarf und Sicherheit.
- NCCIH: Grüner Tee – Überblick zu möglichen Wirkungen, Sicherheit und Evidenzlage rund um grünen Tee und Matcha.
- JAMA Intern Med: Hülsenfrüchte und Blutzuckerkontrolle – Randomisierte Studie bei Typ-2-Diabetes zu Effekten von Bohnen und Linsen auf glykämische Kontrolle und Risikoindikatoren.
- CMAJ: Hülsenfrüchte senken LDL-Cholesterin – Metaanalyse zu Pulses und Blutfetten mit klinisch relevanten Senkungen des LDL.
- Cell: Fermentierte Lebensmittel und Mikrobiom – Klinische Studie zeigt höhere mikrobielle Diversität und geringere Entzündungsmarker durch fermentiertes Essen.
- Planta Medica: Piperin steigert Curcumin-Bioverfügbarkeit – Humanstudie belegt deutlich erhöhte Curcumin-Spiegel durch gleichzeitige Gabe von Piperin.
- American Journal of Clinical Nutrition: Nitrate aus Gemüse und Blutdruck – Metaanalyse randomisierter Studien zu blutdrucksenkenden Effekten nitrathaltiger Gemüsesorten.
- BMC Cardiovascular Disorders: Knoblauch und Hypertonie – Systematische Übersicht und Metaanalyse zu blutdrucksenkenden Effekten von Knoblauchpräparaten.
- Nature Neuroscience: Kakao-Flavanole und Gedächtnis – Studie zeigt Verbesserungen in hippocampaler Funktion und Gedächtnisleistung bei älteren Erwachsenen.
- Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics: Blaubeeren, Blutdruck und Gefäße – Placebokontrollierte Studie bei postmenopausalen Frauen mit Verbesserungen von Blutdruck und Arteriensteifigkeit.
- Oxidative Medicine and Cellular Longevity: Sulforaphan – klinische Anwendungen – Review zu Bioverfügbarkeit, Wirkmechanismen und möglichen Nutzen von Sulforaphan aus Kreuzblütlern.
- NEJM: Nusskonsum und Mortalität – Prospektive Kohortenanalyse zeigt inverse Assoziation zwischen Nussverzehr und Gesamtsterblichkeit.
- Harvard T.H. Chan: Olivenöl – Gut verständliche Übersicht zu Sorten, Stabilität, Verwendung und Gesundheitsaspekten von Olivenöl.
- Harvard T.H. Chan: Hülsenfrüchte – Hintergrundwissen, Zubereitungstipps und Zusammenfassung der Evidenz zu gesundheitlichen Effekten.
- WHO: Healthy diet – Faktenblatt – Offizielle Ernährungsempfehlungen mit Fokus auf pflanzenbetonte, ballaststoffreiche Kostmuster.
