Ab 40 schleicht sich gern das ein, was wir alle nicht wollen: weniger Muskelkraft, wackeligere Balance, mehr Büro, weniger Sonne. Vitamin D3 hilft dem Körper, Calcium aufzunehmen und korrekt zu nutzen – das ist gerade fürs Sturz- und Frakturrisiko wichtig. Vitamin K2 wirkt als „Aktivator“ bestimmter Proteine, damit Calcium bevorzugt in den Knochen landet statt in den Gefäßen.
In den letzten zwei Jahren sind einige große Studien und eine neue Leitlinie erschienen. Zeit also für ein nüchternes, alltagstaugliches Update: Wo steht Vitamin D3 heute, was bringt K2, und wo lauern Denkfehler?
Was Vitamin D3 und K2 im Körper tun – leicht erklärt
Vitamin D3
Vitamin D3, chemisch Cholecalciferol, kommt über Sonneneinstrahlung auf der Haut, bestimmte Lebensmittel (z. B. fetter Fisch, Eier) oder über Nahrungsergänzung in deinen Körper.
In der Leber wird es zur Speicher- und Messform umgewandelt: 25‑OH‑D (auch 25‑Hydroxyvitamin D oder Calcidiol genannt). Dieser Wert zeigt im Labor bildlich gesprochen den Füllstand deines „Vitamin‑D‑Tanks“ an. Bei Bedarf wird daraus die aktive Form Calcitriol gebildet, die im Darm die Calciumaufnahme steigert, im Knochen die Mineralisierung unterstützt und in Muskeln und Immunzellen mitredet.
Stell dir Vitamin D3 als „Regisseur“ des Calcium‑Phosphat‑Orchesters vor: Cholecalciferol liefert das Ausgangsmaterial, 25‑OH‑D ist der gut gefüllte Notenordner, und Calcitriol führt schließlich das Ensemble – damit Calcium dort ankommt, wo es gebraucht wird.
Vitamin K2
Damit Calcium wirklich dort landet, wo es hingehört, müssen bestimmte Eiweiße „angeschaltet“ werden – dazu braucht der Körper Vitamin K2. Vor allem zwei Proteine sind spannend: Osteocalcin im Knochen und Matrix‑Gla‑Protein in den Gefäßwänden. Ohne genügend K2 bleiben sie „inaktiv“. K2 sorgt also für die Feinabstimmung: Knochen festigen, Gefäße schützen – so die Idee.
Update 2024/2025: Was neue Leitlinien und Studien zeigen
- Leitlinien-Fokus: Für gesunde Erwachsene bis 75 reicht meist die empfohlene Tagesmenge von 600 I. E. Höhere Dosen sind bei bestimmten Gruppen sinnvoll, etwa bei sehr alten Menschen, bei starkem Mangel, bei bestimmten Erkrankungen oder in der Schwangerschaft. Wichtig: Nicht jeder braucht einen Bluttest; getestet wird, wenn es einen guten Grund gibt.
- Täglich statt seltene hohe Dosen: Studien der letzten Jahre zeigen: Regelmäßige, tägliche Einnahme von Vitamin D3 ist zuverlässiger und tendenziell sicherer als seltene Hochdosen (Monats- oder Jahres“bolus“). Bei Sturzprävention und Muskelfunktion schneidet „täglich und moderat“ meist besser ab.
- Infekte: Das Immunsystem braucht Vitamin D3, aber ein pauschaler Schutz vor Erkältungen ist nicht belegt. Profitieren dürften vor allem Menschen mit echtem Mangel und bei täglicher, nicht bei seltener Hochdosis‑Einnahme.
- Knochen und Stürze: Ein klarer Frakturschutz in der Allgemeinbevölkerung ist nicht durchgängig gezeigt. Bei älteren, eher defizienten Menschen zeigen sich Vorteile für Sturzrisiken, insbesondere bei täglicher Gabe von Vitamin D3 im moderaten Bereich.
- Krebs/Mortalität: Daten aus großen Programmen deuten auf kleine Vorteile in einzelnen Endpunkten hin. Das ist interessant, aber kein Freifahrtschein für sehr hohe Dauerdosen.
- Körpergewicht: Menschen mit höherem BMI erreichen unter der gleichen Vitamin‑D3‑Dosis oft geringere Blutspiegel. Heißt: Wenn du übergewichtig bist, kann deine Antwort auf Vitamin D3 „abgeflacht“ sein – sprich bei Unsicherheit mit deiner Ärztin/deinem Arzt.
Vitamin K2 – was ist neu?
Gefäße: In Studien mit Risikopatienten verbessern sich unter K2 häufig Laborwerte, die als Zeichen einer besseren „Vitamin‑K‑Versorgung“ gelten. Bildgebende harte Endpunkte wie weniger Gefäßverkalkung zeigen sich aber nicht durchgängig. Hier laufen noch längerfristige Untersuchungen.
Knochen: Für das in Japan als Arzneimittel verwendete MK‑4 in hoher Dosis gibt es Signale zugunsten der Knochengesundheit. Das überträgt sich nicht automatisch auf die bei uns üblichen K2‑Mengen (MK‑7 im Mikrogramm‑Bereich). Bei MK‑7 sind die Ergebnisse gemischt: teils neutrale, teils kleine Verbesserungen, Frakturen nicht durchgängig reduziert.
Kombination D3+K2: Die Idee „D3 liefert, K2 lenkt“ ist plausibel. Konsequent belegt für harte Endpunkte ist sie Stand heute aber nicht. Positiv: K2 scheint gut verträglich, solange keine blutverdünnenden Medikamente vom speziellen Typ „Vitamin‑K‑Antagonisten“ (bestimmte Blutverdünner) im Spiel sind.
Ist „Vitamin D3+K2“ also definitiv sinnvoll?
- Für die Knochen: Vitamin D3 ist die Grundversorgung. In Studien reduziert die Kombination „Vitamin D3 + Calcium“ bei ausgewählten älteren und eher defizienten Menschen Stürze; beim Thema Frakturen ist das Bild gemischt. K2 kann Laborwerte verbessern, aber robuste Frakturvorteile in der Allgemeinheit fehlen noch. Fazit: Vitamin D3 ja, K2 je nach Ziel und Situation – Pflicht ist es nicht.
- Für die Gefäße: Die populäre Behauptung „Ohne K2 verkalken die Arterien, wenn du Vitamin D3 nimmst“ ist zu absolut. Bisher zeigen sich zwar bessere Marker, aber keine konsistenten, harten Gefäßvorteile für alle. Für deine Gefäße sind Basissäulen wie Blutdruckkontrolle, Bewegung und ein gutes Lipidprofil deutlich mächtiger.
- Für das Immunsystem: Vitamin D3 ist wichtig, aber kein Infekt‑Airbag. Wer stark unterversorgt ist, profitiert am ehesten – und zwar bei täglicher Einnahme.
Aber ich war doch in der Sonne… ?
Ob du Vitamin D3 supplementieren solltest, hängt stark von Jahreszeit, Wohnort, Hauttyp, Alter, Körpergewicht, Kleidung/Sonnenschutz und deinem Alltag ab. Manche kommen im Sommer ohne Präparate aus, viele brauchen in der dunklen Jahreszeit Unterstützung.
Wie viel Sonne reicht?
- Dein Körper bildet es in der Haut, wenn UV‑B‑Licht ankommt. Das klappt vor allem um die Mittagszeit bei UV‑Index ab etwa 3, mit freien Unterarmen/Unterschenkeln.
- Faustregel im Sommer: 2–3 Mal pro Woche kurze, vernünftige Sonnenfenster, bevor die Haut rötet. Bei heller Haut oft 10–20 Minuten, bei mittlerer 15–30 Minuten, bei dunkler Haut 20–40 Minuten. Danach gern in den Schatten oder Sonnencreme auftragen. Niemals Sonnenbrand riskieren!
- Wichtige Bremsen: Hoher Sonnenstand nur im Sommer, nördliche Breiten (Mitteleuropa), bewölkter Himmel, Innenjob, Kleidung, konsequente Sonnencreme, höheres Alter, dunkle Haut und höherer BMI. Im „Vitamin‑D‑Winter“ (typisch spätes Herbst‑ bis frühes Frühjahrshalbjahr in nördlichen Breiten) ist die Eigensynthese oft zu gering.
Entscheide dich je nach Saison: Sonne verantwortungsvoll nutzen, aber niemals Sonnenbrand riskieren. Wenn die Sonne nicht reicht oder nicht gewollt ist, liefert eine tägliche, moderate Supplement-Dosis eine einfache, sichere Brücke. Einnahme immer zu einer Mahlzeit mit etwas Fett.
Wenn du Klarheit liebst: Ein einmaliger Blutcheck nach 3–4 Monaten regelmäßiger Einnahme kann zeigen, ob deine Dosis passt. Extrem hohe Zielwerte sind nicht sinnvoll; es geht um eine solide Basis, nicht um „so viel wie möglich“.
Dosierung, Zielwerte, Testen – so gehst du 2024/2025 vor
- Orientierung: Als grobe Hausnummer gelten 600 I. E. Vitamin D3 pro Tag bis 70 Jahre und 800 I. E. ab 71. Das ist die Standardzufuhr für Gesunde. Höhere Dosen gehören in erfahrene Hände und haben ihren Platz bei klaren Gründen.
- Obergrenzen: Die Langzeit‑Obergrenze für Erwachsene liegt bei 4000 I. E. Vitamin D3 pro Tag. Dauerhaft darüber zu liegen erhöht bei manchen das Risiko für Nebenwirkungen wie zu hohe Calciumwerte. Mehr ist nicht automatisch besser.
- Blutwerte: Ein allgemeines Screening ohne Anlass bringt wenig. Getestet wird, wenn es sinnvoll ist – etwa bei ärtzlichem Verdachht auf Unterversorgung, Osteoporose‑Therapie oder chronischen Erkrankungen. Werte von rund 20 ng/ml (50 nmol/l) 25‑OH‑D decken den Bedarf der meisten. Sehr hohe Spiegel sind nicht erstrebenswert.
- Einnahme-Tipp: Vitamin D3 am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett einnehmen – dann wird es besser aufgenommen. Tropfen, Softgels oder Kapseln funktionieren, wichtiger ist die Regelmäßigkeit.
- D2 vs. D3: Vitamin D3 steigert den Blutspiegel meist zuverlässiger als Vitamin D2. Für Veganer gibt es D3 aus Flechten.
- BMI im Blick: Wenn du übergewichtig bist und sich deine Werte trotz Vitamin D3 kaum bewegen, könnte die „Dosis‑Antwort“ abgeflacht sein. Sprich das offen in der Praxis an.
- K2-Formen: MK‑7 (lange Halbwertszeit, tägliche Mikrogramm‑Dosen wie 90–200 µg) ist die gängige Nahrungsergänzung. MK‑4 (Menatetrenon) wird in Japan als Arznei in Milligramm‑Dosen genutzt – das ist ein anderer Kontext.
- Wechselwirkungen: Vorsicht bei „Vitamin‑K‑Antagonisten“ (bestimmte Blutverdünner, die Vitamin K blockieren). Nimmst du solche Mittel, ist K2 ohne ärztliche Steuerung tabu. Beachte auch mögliche Interaktionen von Vitamin D3 mit z. B. Orlistat, bestimmten Diuretika oder Steroiden.
- Cholesterin und Gefäße: Achte unabhängig von Vitamin D3 auf deine Blutfette. Besonders wichtig ist LDL – das „schlechte“ Cholesterin. LDL transportiert Cholesterin zu den Geweben; zu hohe Werte fördern Plaques in den Arterien. Ein gutes LDL‑Management (Ernährung, Aktivität, ggf. Medikamente) hat für Gefäßgesundheit mehr Gewicht als die gesamte K2‑Theorie…
Kurz erklärt: Was bedeutet „I. E.“?
I. E. steht für „Internationale Einheiten“. Viele Vitamine werden so dosiert, besonders Vitamin D3. Auf manchen Etiketten findest du zusätzlich Mikrogramm (µg). Beides lässt sich umrechnen: 1 µg Cholecalciferol entspricht 40 I. E. Praktische Beispiele: 800 I. E. entsprechen 20 µg, 1000 I. E. entsprechen 25 µg, 2000 I. E. entsprechen 50 µg. Für K2 werden meist µg angegeben; hier gibt es keine einheitliche I. E.-Umrechnung wie bei D.
Neun Fehler, die viele bei Vitamin D3+K2 machen – und wie du sie vermeidest
- Monats- oder Jahresdosis statt täglich: Bequem, aber oft weniger wirksam und teils riskanter. Besser täglich moderat Vitamin D3 einnehmen.
- „Viel hilft viel“: Dauerhaft 4000 I. E. oder mehr Vitamin D3 sind keine kluge Standardstrategie. Bleib im empfohlenen Bereich, es sei denn, deine Ärztin/dein Arzt rät begründet anders.
- Calcium hochdrehen ohne Bedarf: Vitamin D3 braucht nicht automatisch viel zusätzliches Calcium. Zuerst über die Ernährung decken; Supplemente nur, wenn wirklich nötig.
- Nüchtern einnehmen: Vitamin D3 gehört zur Mahlzeit. So nutzt dein Körper es besser.
- K2 als Pflicht verstehen: K2 kann sinnvoll sein, ist aber nicht bei jedem notwendig. Entscheidend sind Ziel, Risiko und Verträglichkeit.
- Blutverdünner übersehen: Bei „Vitamin‑K‑Antagonisten“ (bestimmte Blutverdünner, z. B. Warfarin oder Phenprocoumonr) ist K2 ohne ärztliche Begleitung tabu.
- Infektschutz überschätzen: Vitamin D3 ist wichtig, aber kein Schutzschild gegen jeden Infekt. Größter Nutzen bei echtem Mangel und täglicher Einnahme.
- Wertejagd ohne Grund: Ohne Risikofaktoren sind regelmäßige 25‑OH‑D‑Kontrollen nicht nötig. Fokus auf gesunde Gewohnheiten und eine verlässliche Vitamin‑D3‑Routine.
- Produktqualität ignorieren: Achte auf saubere Deklaration („Cholecalciferol“), verlässliche Hersteller und realistische Dosierungen.
Praxis-Fahrplan in drei Szenarien
Szenario A: 40–75 Jahre, gesund, viel Indoor, wenig Sonne.
Starte – nach kurzer ärztlicher Rücksprache – mit 800–1000 I. E. Vitamin D3 täglich im Herbst/Winter. Nimm es zum Essen. Nach drei bis vier Monaten: Fühlst du dich gut, keine Anzeichen eines Mangels? Für viele reicht das. K2 (zum Beispiel 100–200 µg MK‑7) ist optional, je nach Ernährung und Zielen.
Szenario B: 75+ oder erhöhtes Sturz‑/Frakturrisiko.
Täglich Vitamin D3 in moderater Dosis (oft 800–1000 I. E.) plus Sturzprävention durch Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche und ausreichend Protein. Calcium bevorzugt aus Lebensmitteln, Supplemente nur bei Bedarf. K2 kann man erwägen; die harte Datenlage bleibt gemischt.
Szenario C: Osteoporose, chronische Nierenerkrankung oder Therapie mit „Vitamin‑K‑Antagonisten“.
Hier gilt: ärztlich führen lassen. Dosierung, Zielbereiche, Kontrollen und Interaktionen sind individuell. Bei Vitamin‑K‑Antagonisten (bestimmte Blutverdünner) K2 bitte nur, wenn die Praxis das ausdrücklich steuert. Bei Nierenerkrankungen verbessert K2 zwar Marker, klare Gefäßvorteile sind noch nicht gesichert.
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Sicherheit & Nebenwirkungen – was du wissen solltest
- Verträglichkeit: Tägliche Einnahmen in RDA‑Größenordnung sind für die meisten sicher. Langfristig hohe Dosen Vitamin D3 (3200–4000 I. E./Tag) erhöhen bei einem kleinen Teil das Risiko für zu hohe Calciumwerte im Blut und können mit mehr Stürzen/Hospitalisationen einhergehen. Symptome reichen von Übelkeit bis Müdigkeit – bei Beschwerden absetzen und abklären.
- Nierensteine: Sehr hohe Calcium- und Vitamin‑D‑Zufuhr kann theoretisch Steine begünstigen. In großen Datensammlungen zeigt sich kein klarer Steilanstieg allein durch Vitamin D3, aber: Bitte keine unkritischen hohen Dosierungen, und Calcium nicht „auf Verdacht“ überdosieren.
- D2 vs. D3: Für Nahrungsergänzung schneidet Vitamin D3 meist besser ab als Vitamin D2, weil es den Blutspiegel zuverlässiger anhebt.
- Schwangerschaft und Medikamente: In der Schwangerschaft kann ein bedarfsorientierter Einsatz sinnvoll sein – bitte in der Praxis besprechen. Bestimmte Medikamente wie Orlistat (Fettblocker), manche Diuretika („Wassertabletten“) oder Steroide können die Vitamin‑D‑Balance beeinflussen.
FAQ – kurz beantwortet
Braucht Vitamin D3 immer Vitamin K2? Nein. K2 ist eine spannende Ergänzung mit plausiblen Mechanismen, aber kein Muss. Es kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, vor allem, wenn du gezielt Knochen‑ oder Gefäßgesundheit fördern willst.
Welche Form von K2 ist sinnvoll? Für Nahrungsergänzung wird meist MK‑7 genutzt (90–200 µg/Tag). MK‑4 in Milligramm‑Dosen ist ein Arzneimittel‑Setup und nicht direkt vergleichbar- Finger weg mit privaten Experimenten ohne ärztliche Beratung!
Täglich oder selten, dafür hoch? Täglich moderat Vitamin D3 ist im Alltag die sicherere und effektivere Strategie als seltene Megadosen.
Muss ich meinen Spiegel testen? Ohne spezifisches Risiko: eher nein. Mit klarer Indikation: ja – dann aber mit Plan, was du mit dem Ergebnis tust.
Hilft Vitamin D3 gegen Erkältungen? Nicht generell. Den klarsten Nutzen sieht man bei echtem Mangel und täglicher Einnahme.
Fazit
Vitamin D3 ist und bleibt ein zentraler Baustein für starkes Altern: Es stützt Knochen und Muskeln, hilft gegen Stürze und hält den Mineralstoffhaushalt in der Spur. Tägliche, moderate Dosierungen schneiden in Studien meist besser ab als seltene Hochdosis-Kuren.
Vitamin K2 aktiviert Vitamin‑D‑abhängige Eiweiße, die Calcium im Körper „lenken“ sollen. Die Laborwerte verbessern sich häufig, harte Effekte wie weniger Frakturen oder weniger Gefäßverkalkung sind bislang uneinheitlich. Für einige Risikogruppen wirkt die Kombination plausibel, eine Pflicht für alle ist sie nicht.
Für Herz und Gefäße zählen jedoch vor allem die großen Hebel: Blutdruck, Bewegung, Schlaf, ausreichendes Protein, Gewichtsmanagement und ein gute LDL‑Cholesterin-werte. Wer supplementiert, fährt am besten mit Gelassenheit, klaren Zielen und einem Blick für Wechselwirkungen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Wenn du Medikamente einnimmst – insbesondere „Vitamin‑K‑Antagonisten“ (bestimmte Blutverdünner, zum Beispiel Warfarin oder Phenprocoumon) – oder Vorerkrankungen hast, sprich vor der Einnahme von Vitamin D3, K2 oder Calcium mit deiner Ärztin/deinem Arzt. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil 🙂
Weiterführende Informationen und Links
- Endocrine Society Clinical Practice Guideline (2024): „Vitamin D for Prevention of Disease“ – aktuelle Leitlinie zu Dosierungen, Teststrategie und Alltagsempfehlungen für Gesunde und Risikogruppen. https://www.endocrine.org/clinical-practice-guidelines/vitamin-d-for-prevention-of-disease
- J Clin Endocrinol Metab (2024) – Übersicht zu Mortalität/Krebssignalen und Leitlinienempfehlungen, inklusive Bewertung der Evidenzqualität. https://academic.oup.com/jcem/article/109/8/1907/7685305
- Lancet Diabetes & Endocrinology (2025) – Meta‑Analyse zu akuten Atemwegsinfekten unter Vitamin‑D‑Supplementen, Gesamteffekt und Subgruppen (täglich vs. Bolus, starker Mangel). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39993397/
- Meta‑Analysen Stürze/Frakturen (2023–2024) – tägliche moderate Dosen vs. Bolusgaben; Nutzen für Stürze in Risikogruppen, uneinheitliche Frakturergebnisse. Beispiel: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37120684/
- Hyperkalzämie‑Risiko bei 3200–4000 I. E./Tag (2023) – Sicherheitsdaten zu langfristigen höheren Dosen Vitamin D3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36853379/
- D2 vs. D3 (2023/2025) – systematische Übersichten, die die bessere Wirksamkeit von Vitamin D3 zur Spiegelanhebung zeigen. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37865222/
- BMI und gedämpfte Antwort auf Vitamin D3 (VITAL‑Analysen) – warum Menschen mit höherem BMI oft niedrigere Spiegel trotz gleicher Dosis erreichen. https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/article-abstract/2800490
- Vitamin K2, dp‑ucMGP und Gefäße (Übersicht) – Verbesserungen in Markern, uneinheitliche Bildgebung/Endpunkte. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37252246/
- K2 bei CKD/Hochrisikogruppen – Datenlage zu Gefäßverkalkung, Pulswellengeschwindigkeit und Markerverbesserungen. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32817311/
- Knochengesundheit unter K2: Überblick über MK‑7‑Studien (Mikrogramm‑Dosen) vs. MK‑4 (Arznei‑Dosis in Japan). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33030563/
- Einnahme mit Fett verbessert Vitamin‑D‑Aufnahme – praktische Studienhinweise zur Bioverfügbarkeit. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24853643/
- Calcium, Vitamin D3 und Nierensteine – was große Studien zu Steinrisiken zeigen. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31005969/
- Patientenratgeber zu Warfarin (American Heart Association) – warum „Vitamin‑K‑Antagonisten“ (bestimmte Blutverdünner) mit K2 kollidieren und wie die Therapie überwacht wird. https://www.heart.org/en/health-topics/arrhythmia/prevention–treatment-of-arrhythmia/a-patients-guide-to-taking-warfarin
- Hintergrundpapier der US National Academies (IOM‑Report) – Referenzwerte (RDA), Grenzbereiche und Interpretation von 25‑OH‑D. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3046611/
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