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Blutwerte ab 40: Garantiert verständlich – inklusive Referenz‑Guide

Wenn du „Blutwerte“ hörst, denkst du vielleicht an ein Zeugnis deines Körpers: bestanden / nicht bestanden. In der Praxis sind Blutwerte aber viel eher ein Dashboard – mit Messungen, die helfen, Trends zu erkennen, Ursachen einzugrenzen und Entscheidungen klüger zu machen. Und manchmal zeigt das Dashboard einfach nur: „Du warst dehydriert“, „Du hast gestern hart trainiert“ oder „Da brütet ein Infekt“.

Zu welchem Anlass wird ein Bluttest gemacht – und ist der automatisch dabei?
Ein Bluttest wird typischerweise aus drei Anlässen gemacht:

  • Vorsorge/Check-up: Viele Hausarztpraxen nehmen im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung zumindest Basiswerte ab (oft je nach Praxis, Alter, Risikoprofil und Fragestellung). Ein sehr umfangreiches „Rundum‑Labor“ ist dabei jedoch nicht immer automatisch enthalten.
  • Beschwerden oder konkrete Fragestellung: Müdigkeit, Leistungsabfall, Infektzeichen, Bauchbeschwerden, Gewichtsveränderungen, Durst/Harndrang, Blutdruckprobleme usw. – hier dienen Blutwerte zur Abklärung.
  • Kontrolle bei Diagnosen/Medikamenten: Chronische Erkrankungen (z. B. Schilddrüse, Diabetes, Nieren- oder Leberthemen) oder Medikamente (z. B. Statine, Blutdruckmittel, bestimmte Schmerzmittel) erfordern teils regelmäßige Kontrollen.

Ganz praktisch heißt das: Wenn du bestimmte Blutwerte möchtest, sprich es aktiv an. Oft lässt sich gemeinsam klären, was medizinisch sinnvoll ist (und damit in der Regel auch medizinisch begründbar) – und was eher „Nice‑to‑have“ im Sinne von Optimierung ist, das je nach Situation auch eine Selbstzahlerleistung sein kann. Wichtig: Frag ruhig nach, warum ein Wert bestimmt wird (oder nicht). Du bezahlst schließlich nicht nur mit Geld, sondern auch mit Aufmerksamkeit.

Inhaltsübersicht


Wichtig vorab (bitte wirklich lesen): Referenzbereiche sind keine „Gesundheits‑Garantie“

Leichte Abweichungen bei Blutwerten sind sehr häufig – und in den meisten Fällen harmlos. Referenzbereiche sind statistische Bereiche aus einer „normalen“ Population. Es ist völlig möglich, gesund zu sein und trotzdem bei einzelnen Blutwerten knapp drüber oder drunter zu liegen.

Schwankungen zwischen zwei Blutabnahmen sind normal. Schlaf, Stress, Alkohol, Dehydrierung, Medikamente, Zyklus, intensives Training – und ganz klassisch eine Erkältung, die noch nicht ganz weg ist – können Blutwerte sichtbar verschieben. Das ist kein „Verfall“, sondern Biologie.

Wichtiger als ein Einzelwert ist der Trend. Für Longevity ist der Verlauf deiner Blutwerte oft entscheidender als „einmal auffällig“. Idealerweise vergleichst du Werte aus demselben Labor (Methoden und Referenzbereiche unterscheiden sich).

Nicht jeder Referenzbereich ist ein Longevity‑Ziel. „Im Normbereich“ bedeutet nicht automatisch „kardiovaskulär optimal“ oder „metabolisch ideal“. Einige Blutwerte (z. B. LDL, HbA1c) werden je nach persönlichem Risiko mit Zielwerten bewertet, die strenger sein können als der reine Referenzbereich.

Ganz wichtig für dein Nervensystem: In der Regel wirst du vom Arzt oder der Praxis aktiv informiert, wenn ein Blutwert wirklich relevant abweicht oder eine zeitnahe Abklärung braucht. Und natürlich gilt: Wenn du dich unsicher fühlst, Symptome hast oder dir ein Befund Sorgen macht, melde dich bei deinem Arzt – lieber einmal zu viel nachfragen als zu wenig.


Warum regelmäßige Blutwerte ab 40 sinnvoll sind

Viele Risiken fürs Älterwerden entwickeln sich schleichend: Insulinresistenz, Fettleber, Nierenfunktionsverlust, stille Entzündung, Atherosklerose‑Risiko. Genau hier sind Blutwerte stark:

  • Früherkennung: Du merkst Probleme oft, bevor du sie fühlst.
  • Wirksamkeits‑Check: Du siehst, ob Ernährung, Training, Gewichtsveränderung oder Medikamente wirken.
  • Beruhigung: Ein einzelner Ausreißer wird weniger dramatisch, wenn du drei ruhige Vorwerte hast.

Praktisch läuft das oft im Rahmen eines Vorsorge‑Termins; sprich deine Praxis darauf an, welche Blutwerte in deinem Fall sinnvoll sind.


So machst du Blutwerte vergleichbar (Mini‑Checkliste)

Wenn du Trends aus Blutwerten lesen willst, sind die Rahmenbedingungen Gold wert:

  • Morgens, möglichst nüchtern (8–12 Stunden; Wasser ist ok), besonders für Glukose/Triglyceride.
  • Kein extremes Training am Vortag, wenn du keine „Sport‑Diagnostik“ willst (LDH, Leberenzyme, Kreatinin können ansteigen).
  • Infekt im Anflug? Wenn es nicht dringend ist: lieber verschieben.
  • Notiere Besonderheiten: Alkohol am Abend, wenig Schlaf, neue Medikamente, akuter Stress – das erklärt später viele Blutwerte.

Referenz‑Guide: Deine Blutwerte – verständlich, seriös, Longevity‑tauglich

Hinweis zur Begrifflichkeit: Ein „großes Blutbild“ im engeren Sinn ist kleines Blutbild plus Differentialblutbild (Leukozyten‑Untergruppen). Viele der unten genannten Werte (Lipide, HbA1c, Vitamin D, Immunglobuline, Eiweiß‑Elektrophorese) sind Zusatzwerte, die häufig ergänzend bestimmt werden. Ich erkläre sie hier trotzdem zusammen, weil du sie explizit genannt hast – und weil genau diese Kombination in der Praxis oft als „großer Rundumschlag“ verstanden wird.

Damit du dich nicht verläufst, sind die Blutwerte in sinnvolle Blöcke sortiert.


1) Entzündung & Immunsystem („Inflammaging“ in Zahlen)

Was sagt der Wert aus?
Die BSG misst, wie schnell rote Blutkörperchen in einer Stunde absinken. Das wird durch Eiweißmuster im Blut beeinflusst, die sich bei Entzündungen, Infektionen oder chronischen Erkrankungen verändern. Die BSG ist relativ „träge“: Sie steigt und fällt oft langsamer als CRP.

Typische Referenzbereiche (1. Stunde):
Frauen ≤ 50: ≤ 20 mm/h; Frauen > 50: ≤ 30 mm/h
Männer ≤ 50: ≤ 15 mm/h; Männer > 50: ≤ 20 mm/h

Longevity‑Bedeutung:
Eine dauerhaft erhöhte BSG kann zu „stiller“ Entzündung passen, die bei vielen Alterungsprozessen mitspielt. Aber: BSG ist unspezifisch. Sie kann auch bei Anämie steigen. Für Longevity ist die Kombination aus Verlauf + CRP meist aussagekräftiger als ein Einzelwert.

Was sagt der Wert aus?
CRP ist ein Akut‑Phase‑Protein: Es steigt oft schnell an, wenn im Körper eine Entzündung, Infektion oder Gewebeschädigung passiert. CRP ist deshalb ein sehr praktischer „Ist‑da‑gerade‑Feuer?“‑Marker.

Typischer Referenzbereich: < 6 mg/l

Longevity‑Bedeutung:
Wiederholt leicht erhöhtes CRP kann ein Hinweis auf chronische Entzündungsquellen sein (z. B. Zahnfleisch, Schlafapnoe, viszerales Fett, chronische Infekte, Autoimmunität). Das ist kein Grund zur Panik – aber ein guter Anlass, Ursachen zu suchen und Lebensstil‑Hebel ernst zu nehmen (Schlaf, Bewegung, Gewichtsreduktion, Alkohol, Ernährung).

Was sagt der Wert aus?
Leukozyten sind die „Abwehrzellen“ insgesamt. Ein erhöhter Wert passt häufig zu Infekten, Stressreaktionen, Entzündung oder (seltener) zu Blutbildungs‑Erkrankungen. Ein zu niedriger Wert kann z. B. durch bestimmte Medikamente oder Virusinfekte entstehen.

Typischer Referenzbereich: 4,4–11,3 × 10^9/l

Longevity‑Bedeutung:
Hier ist besonders spannend: Verlauf und Muster. Ein einmaliger Ausreißer während eines Infekts ist normal. Wiederholt auffällig ohne Symptome → ärztlich einordnen lassen.

Was sagt der Wert aus?
Neutrophile sind die „Soforteinsatz‑Truppe“ gegen Bakterien und viele Entzündungsreize. Sie steigen oft bei bakteriellen Infekten, nach Stress oder nach Cortison‑Gaben an. Bei manchen Virusinfekten sind sie eher niedriger.

Typische Referenzbereiche (Erwachsene, je nach Labor):
Anteil grob im Bereich um 40–70 %
Absolut typischerweise ca. 1,8–7,0 × 10^9/l

Longevity‑Bedeutung:
Neutrophile sind ein Baustein, um akute Entzündung von chronischen Mustern zu unterscheiden. Für dich heißt das: Nicht isoliert bewerten, sondern mit CRP/BSG, Symptomen und den anderen Leukozyten‑Untergruppen.

Was sagt der Wert aus?
Lymphozyten umfassen u. a. T‑ und B‑Zellen. Sie sind wichtig für die gezielte, „lernfähige“ Immunantwort. Relativ erhöhte Lymphozyten sieht man häufig bei Virusinfekten; niedrige Werte können z. B. bei Stress, bestimmten Medikamenten oder seltenen Erkrankungen auftreten.

Typische Referenzbereiche (Erwachsene, je nach Labor):
Anteil grob ca. 18–48 %
Absolut ca. 1,26–3,35 × 10^9/l

Longevity‑Bedeutung:
Das Immunsystem verändert sich mit dem Alter (Immunoseneszenz). Einzelne Blutwerte zeigen das nicht perfekt, aber wiederkehrende Muster können Hinweise geben, ob „zu viel Entzündung“ oder „zu wenig Reserve“ im Spiel ist.

Was sagt der Wert aus?
Monozyten sind Vorläufer von Makrophagen („Fresszellen“) und spielen eine Rolle bei Aufräum‑ und Reparaturprozessen. Sie können in der Erholungsphase nach Infekten erhöht sein oder bei chronischen Entzündungen.

Typische Referenzbereiche:
Anteil grob ca. 4–15 %
Absolut ca. 0,25–0,95 × 10^9/l

Longevity‑Bedeutung:
Als Einzelwert selten entscheidend. In Kombination mit CRP/BSG und Beschwerden kann er helfen, Entzündung besser zu verstehen.

Was sagt der Wert aus?
Eosinophile sind häufig bei Allergien (Heuschnupfen, Asthma), Parasiten oder bestimmten Medikamentenreaktionen beteiligt. Saisonale Schwankungen sind möglich.

Typische Referenzbereiche:
Anteil grob 0,2–7,6 %
Absolut 0,01–0,59 × 10^9/l

Longevity‑Bedeutung:
Für Longevity eher indirekt: Chronische Allergie‑Entzündung kann Lebensqualität und Schlaf beeinflussen – und Schlaf wiederum ist ein starker Hebel für viele Blutwerte.

Was sagt der Wert aus?
Basophile spielen bei allergischen Reaktionen und Entzündungsmediatoren eine Rolle. Sie sind zahlenmäßig klein und schwanken; allein sind sie selten „die Antwort“.

Typische Referenzbereiche:
Anteil ca. 0,1–1,2 %
Absolut 0,01–0,07 × 10^9/l

Longevity‑Bedeutung:
Meist nur im Kontext relevant – zusammen mit Eosinophilen, Allergie‑Anamnese und Symptomen.

Was sagt der Wert aus?
Immunglobuline sind Antikörper. IgM ist eher „frühe“ Abwehr, IgG eher Langzeit/Erinnerung, IgA besonders wichtig an Schleimhäuten (Atemwege, Darm). Abweichungen können zu Infektanfälligkeit, chronischer Entzündung oder (seltener) zu speziellen immunologischen oder hämatologischen Fragestellungen passen.

Typische Referenzbereiche (Serum, Erwachsene):
IgG: 7,0–16,0 g/l
IgA: 0,70–4,00 g/l
IgM: 0,40–2,30 g/l

Longevity‑Bedeutung:
Nicht „je höher desto besser“. Entscheidend ist: Passt das zu deiner Infekt‑Historie, zu Entzündungszeichen und zu Protein‑Fraktionen? Bei Auffälligkeiten wird oft ergänzend eine Serumeiweiß‑Elektrophorese gemacht (siehe unten).


2) Rote Reihe: Sauerstofftransport & Leistungsfähigkeit

Was sagt der Wert aus?
Erythrozyten transportieren Sauerstoff. Zu wenige können auf Anämie hinweisen; zu viele können z. B. durch Flüssigkeitsmangel (scheinbar erhöht), Rauchen oder seltene Blutbildungsstörungen entstehen.

Typische Referenzbereiche:
Frauen 3,93–5,22 × 10^6/µl
Männer 4,63–6,08 × 10^6/µl

Longevity‑Bedeutung:
Dauerhaft zu niedrige Werte können Leistungsfähigkeit, Trainingstoleranz und Lebensqualität drücken. Eine gut abgeklärte Anämie ist oft sehr gut behandelbar (z. B. Eisenmangel).

Was sagt der Wert aus?
Hämoglobin ist der „Sauerstoff‑Trägerstoff“ in den Erythrozyten. HB ist häufig der wichtigste Blutwerte‑Baustein zur Anämie‑Diagnostik.

Typische Referenzbereiche:
Frauen 11,2–15,7 g/dl
Männer 13,7–17,5 g/dl

Longevity‑Bedeutung:
Für gesundes Altern ist stabile körperliche Belastbarkeit zentral. Niedriges HB bedeutet oft: weniger Sauerstoffreserve, schneller außer Atem, schlechteres Training – und Training ist einer der stärksten Longevity‑Hebel.

Was sagt der Wert aus?
Hämatokrit ist der Anteil der Blutzellen am Blutvolumen. Er steigt bei Dehydrierung und kann bei zu „dickem Blut“ (z. B. sehr hoch) relevant werden.

Typische Referenzbereiche:
Frauen 34,1–44,9 %
Männer 40,1–51,0 %

Longevity‑Bedeutung:
HKT ist ein klassischer Wert, bei dem „zu wenig getrunken“ oder „viel geschwitzt“ schon sichtbar sein kann. Gerade wenn du sportlich bist, lohnt es sich, die Rahmenbedingungen bei Blutwerten mitzudenken.

Was sagt der Wert aus?
MCV beschreibt die durchschnittliche Größe der Erythrozyten. Es hilft, Anämie‑Ursachen einzugrenzen: klein (oft Eisenmangel), groß (z. B. B12/Folat‑Mangel, Alkohol, Leber).

Typische Referenzbereiche:
Frauen 79,4–94,8 fl
Männer 79,0–92,2 fl

Longevity‑Bedeutung:
MCV ist ein „Richtungsgeber“. Wenn du Müdigkeit hast und HB niedrig ist, liefert MCV oft den ersten Hinweis, wo man suchen sollte.

Was sagt der Wert aus?
MCH ist die durchschnittliche Hämoglobinmenge pro Erythrozyt. Niedrig passt häufig zu Eisenmangel; hoch kann u. a. bei großen Zellen (hohes MCV) auftreten.

Typischer Referenzbereich: ca. 25,6–32,2 pg

Longevity‑Bedeutung:
Wie MCV: kein „Longevity‑Star“, aber enorm nützlich, wenn du Ursachen verstehen willst statt nur „anämisch ja/nein“.

Was sagt der Wert aus?
MCHC beschreibt die Hämoglobinkonzentration in den Erythrozyten. Er ist oft stabiler als MCH und hilft, bestimmte Anämieformen zu unterscheiden.

Typischer Referenzbereich: ca. 32,2–36,5 g/dl

Longevity‑Bedeutung:
Eher diagnostisches Detail – aber wenn mehrere Blutwerte der roten Reihe zusammen „schief“ sind, ist MCHC ein wichtiger Puzzlestein.


3) Thrombozyten: Reparatur, Blutstillung, Entzündungssignale

Was sagt der Wert aus?
Thrombozyten sind Blutplättchen und wichtig für die Blutgerinnung. Erhöht können sie reaktiv nach Infekt/Entzündung sein; niedrig können sie (selten) Blutungsneigung anzeigen oder durch Medikamente/Infekte beeinflusst sein.

Typischer Referenzbereich: 150–370 × 10^3/µl

Longevity‑Bedeutung:
Für Longevity geht es hier weniger um „optimieren“, mehr um „stabil und unauffällig“. Wenn du Blutverdünner nimmst oder oft blaue Flecken hast, gehören diese Blutwerte ins Gespräch mit dem Arzt.

Was sagt der Wert aus?
MPV zeigt, wie groß Thrombozyten im Schnitt sind. Größere Thrombozyten gelten oft als „jünger“ und metabolisch aktiver. Ein isolierter MPV‑Ausreißer ist allerdings selten allein aussagekräftig.

Typischer Referenzbereich: ca. 9,4–12,6 fl

Longevity‑Bedeutung:
In Studien taucht MPV manchmal als Entzündungs‑ oder Risiko‑Marker auf – in der Praxis ist der Nutzen begrenzt. MPV ist ein Kontext‑Wert, kein Steuerrad.


4) Niere & Elektrolyte: Filterleistung, „Salz‑Balance“, Herzrhythmus

Was sagt der Wert aus?
Kreatinin entsteht aus Muskelstoffwechsel. Es wird über die Niere ausgeschieden und dient als Basis für die Berechnung der eGFR. Wichtig: Menschen mit viel Muskelmasse haben oft höheres Kreatinin, ohne dass die Niere krank ist.

Typische Referenzbereiche:
Frauen 0,51–0,95 mg/dl
Männer 0,67–1,17 mg/dl

Longevity‑Bedeutung:
Nierenfunktion ist stark mit späteren Risiken verbunden. Kreatinin ist dafür ein Einstieg, aber ohne eGFR und Kontext (Muskeln, Hydration) ist es ein halbes Bild.

Was sagt der Wert aus?
Die eGFR ist eine Schätzung der Nierenfiltration (oft nach CKD‑EPI). Sie ist klinisch sehr hilfreich, um chronische Nierenerkrankung einzuordnen.

Typische Orientierung: > 60 ml/min/1,73 m²

Longevity‑Bedeutung:
Wenn eGFR im Verlauf sinkt, ist das ein echtes „Longevity‑Signal“. Hier sind die großen Hebel: Blutdruck, Diabetes/Insulinresistenz, Medikamente (z. B. NSAR), Gewichtsmanagement, Entzündung.

Was sagt der Wert aus?
Natrium spiegelt Wasser‑ und Salzhaushalt. Abweichungen entstehen häufig durch Flüssigkeitsverschiebungen, Medikamente (z. B. Diuretika) oder hormonelle Regulation.

Typischer Referenzbereich: 135–145 mmol/l

Longevity‑Bedeutung:
Ein Wert, bei dem „optimieren“ wenig Sinn ergibt. Wichtig ist eher: echte Abweichungen ernst nehmen (Symptome, Medikamente, Verlauf).

Was sagt der Wert aus?
Kalium ist zentral für Nerven‑ und Muskelfunktion, besonders fürs Herz. Abweichungen können durch Nierenfunktion, Medikamente (ACE‑Hemmer, Diuretika), Ernährung oder Messartefakte (Hämolyse) entstehen.

Typischer Referenzbereich: 3,60–5,50 mmol/l

Longevity‑Bedeutung:
Kalium ist ein Sicherheits‑Wert. Wenn er deutlich auffällig ist, sollte das zeitnah ärztlich eingeordnet werden – gerade bei Herzsymptomen.

Was sagt der Wert aus?
Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Erhöhte Werte können zu Gicht beitragen und passen oft zu metabolischem Syndrom, Alkohol, hoher Fruktosezufuhr oder eingeschränkter Nierenfunktion.

Typische Referenzbereiche:
Frauen 2,60–6,00 mg/dl
Männer 3,50–7,20 mg/dl

Longevity‑Bedeutung:
Harnsäure ist ein guter „metabolischer Spiegel“. Für gesundes Altern ist hier oft nicht die Tablette der erste Schritt, sondern Ursachenarbeit: Gewicht, Alkohol, zuckerhaltige Getränke, Fruktose, Blutdruck, Insulinresistenz. (Bei Gicht gelten teils strengere Zielwerte – das ist Therapie, nicht allgemeine Longevity.)


5) Zuckerstoffwechsel: Die Glykations‑Achse (sehr wichtig ab 40)

Was sagt der Wert aus?
Nüchternglukose ist eine Momentaufnahme. Sie reagiert auf Stress, Schlaf, Infekt, Alkohol, Timing der letzten Mahlzeit. Deshalb ist „ein bisschen erhöht“ noch kein Urteil, aber ein Hinweis.

Typische Einordnung (nüchtern, venöses Plasma):
Normal 65–100 mg/dl
Auffällig 100–125 mg/dl
Diabetes‑Verdacht ab 126 mg/dl (Bestätigung nötig)

Longevity‑Bedeutung:
Wenn ich einen Blutwerte‑Block wählen müsste, der fürs Altern die meiste Power hat, wäre es dieser. Glukose ist direkt mit Gefäßgesundheit, Nervensystem, Energie und Entzündung verknüpft.

Was sagt der Wert aus?
HbA1c zeigt, wie stark Hämoglobin „verzuckert“ ist – grob über die letzten 8–12 Wochen. Das macht ihn viel robuster als eine einzelne Glukosemessung.

Typischer Labor‑Referenzbereich: < 6,1 %
Diabetes‑Diagnosegrenze: ≥ 6,5 % (mit Bestätigung/Einordnung)

Longevity‑Bedeutung:
HbA1c ist einer der besten Blutwerte‑Trendmarker: Wenn du Training, Ernährung, Schlaf oder Gewicht veränderst, siehst du hier nach einigen Wochen oft das Ergebnis.

Was sagt der Wert aus?
Gleicher Inhalt wie HbA1c, nur in IFCC‑Einheiten. Viele Labore berichten beide.

Typischer Labor‑Referenzbereich: < 39 mmol/mol
Diabetes‑Diagnosegrenze: ≥ 48 mmol/mol

Umrechnung (IFCC‑Master‑Equation, als Text):
% = 0,09148 × (mmol/mol) + 2,152

Longevity‑Bedeutung:
Praktisch fürs Tracking: Entscheide dich mental für eine Einheit, damit du deine Blutwerte nicht ständig „übersetzen“ musst.

Was sagt der Wert aus?
eAG ist eine aus HbA1c abgeleitete „Durchschnittsglukose“. Das ist didaktisch super, aber nicht perfekt, weil HbA1c bei manchen Situationen verfälscht sein kann (z. B. Anämien, Hämoglobinvarianten, starke Blutverluste).

Longevity‑Bedeutung:
Als Motivations‑Tool klasse: „Mein HbA1c ist besser“ wird greifbarer als „mein durchschnittlicher Zucker ist gesunken“. Als harte medizinische Wahrheit: immer zusammen mit HbA1c und Kontext betrachten.


6) Blutfette: Atherosklerose‑Risiko über Lebenszeit

Was sagt der Wert aus?
Gesamtcholesterin ist die Summe verschiedener Lipoproteine. Als grober Screening‑Wert ok, aber allein nicht besonders präzise.

Orientierung: < 200 mg/dl

Longevity‑Bedeutung:
Ein klassischer Blutwerte‑Fehler: „Gesamtcholesterin ist normal, also alles gut.“ Für die Gefäße ist LDL oft entscheidender – und das Ziel hängt vom Risiko ab.

Was sagt der Wert aus?
LDL transportiert Cholesterin in die Gefäßwand – und ist kausal an Atherosklerose beteiligt. Deshalb ist LDL der Kernwert, wenn es um Herzinfarkt‑ und Schlaganfallprävention geht.

Typische Zielwert‑Orientierung nach Risiko (häufig verwendet):
Niedriges Risiko: < 116 mg/dl
Moderates Risiko: < 100 mg/dl
Hohes Risiko: < 70 mg/dl und ≥ 50 % Senkung
Sehr hohes Risiko: < 55 mg/dl und ≥ 50 % Senkung

Longevity‑Bedeutung:
LDL ist einer der am besten belegten Blutwerte‑Hebel für „gesunde Lebensjahre“. Wichtig ist: Risiko einschätzen (Familie, Blutdruck, Rauchen, Diabetes, ggf. Bildgebung) und dann Ziel ableiten – nicht blind „optimieren“.

Was sagt der Wert aus?
HDL wird oft als „gutes Cholesterin“ bezeichnet, weil es in Beobachtungsstudien mit geringerem Risiko assoziiert ist. Aber: HDL hoch zu machen ist nicht automatisch ein Therapie‑Ziel – es ist eher ein Marker für Lebensstil und Stoffwechsel.

Orientierung: Männer > 35 mg/dl, Frauen > 45 mg/dl

Longevity‑Bedeutung:
HDL ist ein nützlicher Kontextwert: niedrig + hohe Triglyceride + Bauchfett ist ein typisches metabolisches Muster. Aber HDL allein ist kein Longevity‑Pokalsieger.

Was sagt der Wert aus?
Triglyceride steigen häufig mit Insulinresistenz, Alkohol, sehr kohlenhydratreicher Ernährung (v. a. flüssige Kalorien), Übergewicht und zu kurzer Nüchternzeit.

Zielwert: < 150 mg/dl

Longevity‑Bedeutung:
Triglyceride sind für viele Menschen der ehrlichste Blutwerte‑Spiegel ihres Alltags: Schlaf, Alkohol, Bewegung, „Snacks nebenbei“. Wenn du hier Verbesserungen siehst, profitieren oft mehrere Systeme gleichzeitig.


7) Leber, Galle, Gewebe‑Stress: Metabolismus & „Zellstress“

Was sagt der Wert aus?
AST ist ein Enzym, das in Leber, aber auch in Muskeln vorkommt. Nach hartem Training kann AST steigen. Erhöht kann er auch bei Leberzellstress, Alkohol oder Medikamenten vorkommen.

Typische Referenzbereiche: Männer < 50 U/l, Frauen < 35 U/l

Longevity‑Bedeutung:
AST ist ein guter Reminder, dass Blutwerte auch „Sport‑Spuren“ zeigen können. Wer am Vortag schwere Kniebeugen macht, bekommt manchmal „Leberwerte“, die eigentlich Muskeln sind.

Was sagt der Wert aus?
ALT ist etwas leberspezifischer als AST. Erhöht findet man ALT häufig bei Fettleber, Alkohol, Medikamenten oder Infekten.

Typische Referenzbereiche: Männer < 50 U/l, Frauen < 35 U/l

Longevity‑Bedeutung:
ALT ist ein zentraler Blutwerte‑Hinweis für metabolische Gesundheit. Wenn ALT wiederholt erhöht ist, lohnt Ursachenarbeit (Gewicht, Alkohol, Ernährung, Bewegung) plus ärztliche Abklärung.

Was sagt der Wert aus?
GGT reagiert empfindlich auf Leber‑/Gallenbelastung und Alkohol, kann aber auch bei Medikamenten oder Fettleber erhöht sein.

Typische Referenzbereiche: Männer < 60 U/l, Frauen < 40 U/l

Longevity‑Bedeutung:
GGT ist oft der „Lifestyle‑Seismograf“ unter den Blutwerten. Wiederholt erhöht? Dann ist das ein starker Anstoß, Alkohol‑ und Stoffwechsel‑Themen ehrlich anzusehen.

Was sagt der Wert aus?
Bilirubin entsteht beim Abbau roter Blutkörperchen und wird über Leber/Galle verarbeitet. Leicht erhöhte Werte können harmlos sein (z. B. genetische Variante), können aber auch auf Leber‑/Galle‑Themen oder Hämolyse hinweisen.

Typischer Referenzbereich: ≤ 1,20 mg/dl

Longevity‑Bedeutung:
Meist kein Optimierungswert. Relevanz entsteht über Symptome (Gelbfärbung, dunkler Urin, Juckreiz) oder deutliche Abweichungen.

Was sagt der Wert aus?
AP stammt u. a. aus Leber/Gallenwegen und Knochen. Deshalb ist der Kontext entscheidend: erhöhte AP kann zu Gallenstau passen, aber auch zu Knochenumbau.

Typische Referenzbereiche: Männer 40–130 U/l; Frauen 35–105 U/l

Longevity‑Bedeutung:
Für Longevity interessant, weil Knochenstoffwechsel und Lebergesundheit zentrale Alterungsthemen sind – aber AP allein sagt nicht, welcher „Ast“ betroffen ist.

Was sagt der Wert aus?
Cholinesterase wird in der Leber gebildet und ist eher ein Marker für Syntheseleistung und Ernährungs‑/Leberstatus. Niedrige Werte können bei Leberfunktionsstörungen oder Mangelzuständen vorkommen.

Typische Referenzbereiche:
Frauen 3,93–10,80 kU/l
Männer 4,62–11,50 kU/l

Longevity‑Bedeutung:
CHE ist ein „Stabilitätswert“: Er ergänzt AST/ALT/GGT, die eher Zellstress anzeigen. Bei auffälligen Blutwerten kann CHE helfen, ein vollständigeres Bild zu bekommen.

Was sagt der Wert aus?
LDH ist ein sehr unspezifisches Enzym aus vielen Geweben. Es kann bei Hämolyse (auch durch Probenfehler), nach Sport, bei Entzündungen oder anderen Gewebeschäden erhöht sein.

Typischer Referenzbereich: < 248 U/l

Longevity‑Bedeutung:
LDH ist selten ein Longevity‑Steuerrad. Es ist eher ein „Da war irgendwo Zellstress“‑Hinweis – und braucht fast immer Kontext.

Was sagt der Wert aus?
Lipase ist ein Pankreas‑Enzym. Sie wird vor allem relevant, wenn es um akute Bauchbeschwerden und die Abklärung einer Pankreatitis geht.

Typischer Referenzbereich: < 60 U/l

Longevity‑Bedeutung:
Nicht typischerweise ein Routine‑Longevity‑Wert. Wenn Lipase auffällig ist, zählt die klinische Situation mehr als „Optimierung“.


8) Eisen & Proteine: Baustoffe, Transport, Entzündungs‑Muster

Was sagt der Wert aus?
Serum‑Eisen schwankt stark (Tageszeit, Ernährung, Entzündung). Es ist deshalb als Einzelwert begrenzt aussagekräftig. Für Eisenmangel sind Ferritin/Transferrinsättigung oft wichtiger – aber FE ist trotzdem ein Baustein.

Typische Referenzbereiche:
Männer 53–167 µg/dl
Frauen 49–151 µg/dl

Longevity‑Bedeutung:
Eisenmangel kann Training, Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit sabotieren – und das wirkt sich indirekt auf viele Blutwerte aus. Umgekehrt ist „zu viel Eisen“ ebenfalls nicht wünschenswert. Deshalb: nicht auf Verdacht supplementieren, sondern sauber abklären.

Was sagt der Wert aus?
Gesamteiweiß ist die Summe aller Proteine im Serum (Albumin + Globuline). Es reagiert auf Hydration (zu wenig trinken → scheinbar höher), Entzündung (Globuline), Leber‑Synthese und Proteinverlust.

Typischer Referenzbereich: 6,40–8,30 g/dl

Longevity‑Bedeutung:
Als Einzelwert eher grob. Spannend wird er, wenn du ihn mit Albumin und Globulin‑Fraktionen kombinierst – dann wird aus „Zahl“ ein Muster.

Was sagt der Wert aus?
Albumin ist das wichtigste Transport‑Protein und hält u. a. den kolloidosmotischen Druck (entscheidend für die Flüssigkeitsverteilung zwischen Blutkreislauf und Gewebe). Albumin fällt bei Entzündung (negatives Akut‑Phase‑Protein), bei Leber‑Synthesestörungen oder Proteinverlust.

Typischer Referenzbereich: 35–52 g/l

Longevity‑Bedeutung:
Albumin ist einer dieser Blutwerte, die in vielen Studien mit Gesundheitszustand korrelieren. Nicht, weil „mehr immer besser“ wäre, sondern weil niedriges Albumin oft Entzündung oder Krankheitssignal ist.


9) Schilddrüse: Energie‑Taktung & Wohlbefinden

Was sagt der Wert aus?
TSH ist das Steuerhormon der Hypophyse und reagiert sensibel auf den Schilddrüsenstatus. Es schwankt im Tagesverlauf. Ein leicht erhöhtes TSH ohne Beschwerden ist häufig und braucht nicht automatisch Therapie – aber Einordnung.

Typischer Referenzbereich: 0,27–4,2 mIU/l

Longevity‑Bedeutung:
Schilddrüsenthemen beeinflussen Energie, Gewicht, Lipide und Stimmung – also indirekt viele Blutwerte und Longevity‑Hebel wie Training.

Was sagt der Wert aus?
FT3 ist das aktive Schilddrüsenhormon im Blut. Es hilft zusammen mit TSH/FT4, Unter‑ und Überfunktionen einzuordnen. FT3 kann bei akuter Krankheit auch sinken, ohne dass die Schilddrüse „kaputt“ ist.

Typischer Referenzbereich (> 19 Jahre): 3,95–6,80 pmol/l

Longevity‑Bedeutung:
FT3 ist weniger ein Routine‑Optimierungswert, mehr ein Diagnostik‑Baustein, wenn Symptome und TSH/FT4 Fragen aufwerfen.

Was sagt der Wert aus?
FT4 ist das „Vorrats‑/Transporthormon“ der Schilddrüse, aus dem u. a. T3 gebildet wird. Zusammen mit TSH ist FT4 die klassische Basis zur Einordnung.

Typischer Referenzbereich: 0,8–1,7 ng/dl

Longevity‑Bedeutung:
Wenn du Müdigkeit, Kältegefühl, Gewichtszunahme oder Herzklopfen hast, können diese Blutwerte sehr hilfreich sein – aber immer im Zusammenspiel, nicht einzeln.


10) Prostata (für Männer)

Was sagt der Wert aus?
PSA ist ein Protein aus Prostatagewebe. Es kann bei gutartiger Vergrößerung, Entzündung, nach Ejakulation, nach Prostatamanipulation – und auch bei Prostatakrebs erhöht sein. Deshalb ist PSA kein „Ja/Nein“‑Test, sondern ein Verlaufs‑ und Risiko‑Marker.

Häufig genutzte altersabhängige Orientierungen:
40–49: bis 2,5 ng/ml
50–59: bis 3,5 ng/ml
60–69: bis 4,5 ng/ml
70–79: bis 6,5 ng/ml

Longevity‑Bedeutung:
Für gesundes Altern ist hier der wichtigste Punkt: informierte Entscheidung. PSA‑Screening ist sinnvoll für manche, weniger sinnvoll für andere. Der Verlauf (Dynamik) ist oft wichtiger als ein einzelner Wert.


11) Vitamin D: Knochen, Muskeln, Sturzrisiko

Was sagt der Wert aus?
25‑OH‑Vitamin D ist der beste Marker für den Vitamin‑D‑Status. Er hängt stark von Sonnenexposition, Jahreszeit, Hauttyp und Supplementen ab.

Orientierung (wünschenswert): mindestens 50 nmol/l

Longevity‑Bedeutung:
Vitamin D ist kein magischer Jungbrunnen. Aber ein guter Status unterstützt Knochen‑ und Muskelgesundheit – und damit Mobilität, Training und Sturzprävention. Und genau diese Faktoren sind Longevity‑entscheidend.


12) Eiweiß‑Fraktionen: Globuline zum Check bei Entzündungen

Diese Blutwerte entstehen typischerweise aus der Serumeiweiß‑Elektrophorese (das ist ein Laborverfahren zur Auftrennung der Bluteiweiße im elektrischen Feld in ihre Hauptbestandteile). Die daraus resultierenden Blutwerte sind besonders nützlich, wenn Gesamtprotein, Immunglobuline oder Entzündungsmarker auffällig sind.

Was sagt der Wert aus?
α1‑Globuline enthalten u. a. Akut‑Phase‑Proteine. Sie steigen oft bei Entzündung.

Typischer Referenzbereich (Anteil): 2,9–4,9 %

Was sagt der Wert aus?
α2‑Globuline können bei Entzündung und bestimmten Stoffwechsel‑/Transportproteinen verändert sein.

Typischer Referenzbereich (Anteil): 7,1–11,8 %

Was sagt der Wert aus?
β‑Globuline umfassen verschiedene Transport‑ und Immunproteine. Veränderungen können zu Entzündung, Eisen‑Transport oder Immunmustern passen.

Typischer Referenzbereich (Anteil): 7,9–13,7 %

Was sagt der Wert aus?
γ‑Globuline enthalten vor allem Immunglobuline (Antikörper). Erhöhungen können bei chronischer Entzündung/Immunaktivierung auftreten; starke oder „monoklonale“ Muster sind abklärungsbedürftig.

Typischer Referenzbereich (Anteil): 11,1–18,8 %


Eine einfache Prioritäten‑Liste (wenn du nicht 47 Werte jonglieren willst)

Wenn du ab 40 mit Blutwerten Longevity‑smart arbeiten willst, priorisiere:

  • Zuckerstoffwechsel: Glukose + HbA1c (Trend!)

  • Atherosklerose‑Risiko: LDL (Ziel abhängig vom Risiko) + Triglyceride + HDL als Muster

  • Entzündung: CRP (und ggf. BSG als Ergänzung)

  • Niere: eGFR (plus Kreatinin als Basis)

  • Leber/Metabolik: ALT/GGT (im Kontext von Gewicht, Alkohol, Ernährung, Training)

Der Rest ist nicht unwichtig – aber oft eher „Differenzialdiagnostik“, wenn irgendwo ein Hinweis auftaucht.


Häufige Stolperfallen bei Blutwerten (damit du dich nicht unnötig sorgst)

„Ich bin knapp außerhalb des Referenzbereichs, also krank.“
Nein. Viele Blutwerte werden erst im Verlauf und im Kontext „relevant“.

„Mein Freund hat andere Referenzwerte.“
Labore nutzen unterschiedliche Methoden; vergleiche immer mit dem Laborzettel.

„Ich optimiere alles mit Supplements.“
Bitte nicht. Manche Supplements verändern Blutwerte scheinbar „besser“, ohne das zugrunde liegende Problem zu lösen – und manchmal sogar mit Nebenwirkungen.

„Ich hatte gestern ein hartes Workout.“
Kann AST/LDH/Kreatinin beeinflussen. Das ist kein Betrug, sondern ein Hinweis, wie dynamisch Blutwerte sind.



Unten findest du die externen Quellen, auf denen die Referenzbereiche und Einordnungen in diesem Beitrag beruhen. (Links als Text, damit du sie bei Bedarf kopieren kannst.)

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